Nasrudins Frau fällt aus dem Bett.
 
Humane-Balance

Nasrudin hatte seine erste Frau verloren und heiratete eine Witwe. Als sie eines Abends
nebeneinander im Bett lagen, seufzte Nasrudins neue Frau: „Mein erster Mann war ein so
guter Mensch... ." Nasrudin parierte daraufhin:
„Oh, meine verstorbene Frau... sie war so lieblich, so gescheit und süß!"
Doch auch diese Andeutung half nichts, seine Frau fuhr fort, von ihrem verstorbenen Mann zu
schwärmen. Als Nasrudin ihre Schwärmereien wiederum mit guten Eigenschaften seiner
verstorbenen Frau zu parieren versuchte, warf sie s herum, fiel aus dem Bett und brach sich
das Bein. Für dieses Missgeschick gab obendrein Nasrudin die Schuld und zerrte ihn
erbarmungslos vor den Dorfrichter. Während der Verhandlung fragte der Richter Nasrudin,
was er dazu zu sagen habe.
Nasrudin antwortete:
,.Eure richterliche Hoheit! Wir sind zwei Personen und besitzen nur ein kleines B An diesem
Abend nun, wo alles geschah, waren zu viele Personen im Bett. Meine Frau lud zuerst ihren
ersten Mann ein und ich lud daraufhin auch meine erste F ein. Auf diese Weise wurde es
ziemlich eng und meine Frau, die sich über so viele Personen erregte, warf sich herum,
landete auf der Bettkante, fiel zu Boden ~ brach sich das Bein."
Der Richter, der verstand, legte den Fall nieder und schickte Nasrudin und se Frau wieder
nach Hause.

(Quelle: Reinhold Dietrich, Nasrudin. Weiser, Schalk und Lebenskünstler. Salzburg 2001-06)